Im Moment arbeite ich voller Freude an der Musik für „9 Million Colors“ einen Stop-motion Musical Film der Tschechischen Filmemacherin Bára Anna Stejskalová.
Bevor ich überhaupt anfangen kann, beschäftigt mich die Welt, in der sich der Film und die Figuren bewegen. Dabei behalte ich im Hinterkopf, dass Bara Anna mit einem meiner liebsten Orte, der Stadt PRAG, verbunden ist.
Vom richtigen Sound

🐚🦐🤍Fran🐚🦐🤍
Über das Anders sein,
Liebe und
Vom Finden des richtigen Sound
Vom ersten Moment an war ich verzaubert von Fran, einem wunderschönen Shrimp. 🐚🦐🤍
Sie sieht die Welt anders als andere, ihre Welt ist bunter, reicher, schillernder.
Sie bewegt sich mit so viel unbekümmert- begeisterter Freude an Farben und Formen durch die Welt.
Sie schert (…) sich nicht viel um andere, vor allem nicht um die tödliche Wirkung und Brutalität ihrer scharfen Scheren, sie will sehen, erkunden und folgt arglos und naiv rücksichtslos ihren Interessen, ihrer Begeisterung und Neugier.
Wie kann also etwas so widersprüchliches wie Brutalität und gleichzeitig liebenswerte unschuldig- begeisterte Freude klingen? Wie klingen schillernde Farben, eine lebendige und singende Unter- Wasser Welt, Unrecht, Liebe und gleichzeitig meine romantische Vorstellung der tschechischen Seele?
Meine Vorstellung davon, wie das Meer, Tiefe und Unterwasserwelt klingt, ist sehr geprägt von einem meiner liebsten Filme Whale Rider und der tief berührenden Musik und Soundwelt von Lisa Gerrard. Meine Klangvorstellung ist so deutlich – und der tatsächliche Klang der Synth Sounds im Moment noch viel zu weit davon entfernt.
Gleichzeitig braucht der Film ja noch ganz andere Stimmungen und Aspekte, die Musik soll der fesselnden Wirkung eines morbiden Musicals gerecht werden. Es braucht rhythmische Bewegungen und Drama, echte aber mindestens für die Krabben eher ordinär klingende Instrumente und feine Melancholie, schnelle und deutliche Stimmungswechsel und klare Themen und Motive. Eine inspirierende Herausforderung.
In den letzten Tagen habe ich einiges von Janacek gehört : Die Sinfonietta, Das schlaue Füchslein und Jenufa – die ganze Art der Musik und Instrumentierung fühlt sich für mich stimmiger an, weil auch seine Musik widersprüchlich ist, nicht gefallen und beeindrucken, sondern erzählen will. Sie ist gleichzeitig melancholisch und derb und eben nicht nett und gefällig.
Es ist eben nicht die melodisch fließende Melancholie und pompöse Weite von Smetana, an den man sofort als tschechischen Komponisten denkt. Nicht nur aber auch etwas von der Provokation und Feinheit vom russischen Schostakowitsch oder Danny Elfman.
Trotzdem wird noch ein Hauch Prokofjew und ein paar Prisen Hindemith und Tschaikowsky in meine Seele und somit die Musik gemischt – aber vor allem die Welt von Janacek, dem morbiden und ästhetischen Charme von Prag und schließlich sparkeligen Wasser- Synth- Sounds, creepy Geräuschen und meinen Flöten.
Für Fran habe ich mein wunderschönes Piccolo wieder aus dem Schrank geholt und arbeite daran, wieder den weichen und liebevollen hölzernen Klang zu erreichen und dem Instrument und natürlich Fran gerecht zu werden. Die Polster decken nicht mehr so ganz, sie klingt ein bisschen heiser und spricht manchmal nicht sofort an. Genau wie meine wuchtige Bassflöte und die AltFlöte.
Es scheppert und klappert – und dieses Unperfekte ist genau das, was ich für diese Musik brauche.
Die passende Musik mit einer stimmigen Soundpalette finden : welche Stimmungen, Elemente und Emotionen kann ich durch welchen Klang abbilden? Durch welche Art von Musik, welche Taktart, welches Tempo und durch welche Instrumentierungen kann ich spürbar machen, was durch die reiche Bilderwelt, das Tempo und die Bewegungen der Figuren und Bilder wahrnehmbar ist?

Untergetaucht
Im Moment wird meine dadurch Arbeit verlangsamt, dass ich in einer anderen, mir noch nicht vertrauten Musik- -Bearbeitungs- Software arbeite, um besser mit Film und Frames arbeiten zu können. Immer wieder muss ich googeln, warum Cubase mitten in den unpassendsten Augenblicken abstürzt und Lösungen finden, Arbeit doppelt machen und mehr. (und ehrlich gesagt schaue ich mir zwischendurch immer wieder Tutorials an und bin sehr dankbar, dass es diese Möglichkeit gibt…)
Das gibt mir die Gelegenheit, das Universum von Cubase als ergänzende weitere DAW besser kennen zu lernen – mehr dazu (später) im Beitrag https://susannewagner.art/cubase-und-ableton
JETZT, während ich diesen Beitrag schreibe, bin ich also noch untergetaucht und mitten in der Sound und Klangsuche… und ich weiß, dass es mich noch während der nächsten Tage bis Mitte März 2026 weiter beschäftigen wird.





