Work in Progress ist und wird eine Beitragsreihe über meine Arbeit als Komponistin, Flötistin und Musikproduzentin.
Die Beiträge geben Einblick in:
- den Entstehungsprozess neuer Musik
- Entscheidungen zu Klang, Form und Technik
- Arbeitsweise, Werkzeuge und Produktionsumgebung
- praktische und konzeptionelle Aspekte von Komposition

Theoretisch verstehe ich gut, dass es nicht klug ist, Tage, Wochen oder sogar Monate lang in meine eigene Welt abzutauchen und dann wie aus dem Nichts mit einem fertigen Stück, einer Single oder Noten wieder aufzutauchen.
Dann bin ich ein bisschen wie ein Hund, der gelobt werden will : Schwanz wedelnd und mit strahlenden Augen blicke ich in die Welt und möchte zeigen, was ich feines gemacht habe – verständnislos, warum niemand gespannt darauf gewartet hat und “ei fein” sagt.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich dann auch keine so große Motivation mehr, im Nachhinein von meinen Abenteuern und Heldentaten oder aber den Hindernissen und Zweifeln während meiner Reise zu erzählen.
Weil es ist, als würde ich damit jemanden erst im Nachhinein dazu bringen wollen, an der Entstehung und der Magie, der Inspiration und dem kreativen musikalischen Prozess interessiert zu sein, meine Musik hören zu wollen oder die Noten zu bestaunen.
Dabei habe ich mich mit Hintergründen, Stimmungen, der Musik, den Klängen und allem, was dazu gehört, lange Zeit intensiv und von allen Seiten in viele Facetten beschäftigt und bin nun schließlich bereit, mich an einem ausgewogenen Punkt (nein, nicht “wenn es perfekt ist”, das passiert nämlich nicht – dazu später mehr ) davon zu verabschieden und es so, wie es in einem bestimmten Moment ist, als “Erwachsen und fertig” in die Welt gehen zu sehen und sich selbst zu überlassen.
Und ja, das ist ein bisschen wie die Sachen mit dem schmerzlichen
Empty Nest
Es liegt dann nicht mehr in meiner Kontrolle und vielleicht auch nicht mehr in meiner Verantwortung und in meinem Einflussbereich, was meine schöpferische Arbeit – mein geistiges Kind, könnte man sagen- eigentlich in der Welt bewirken und bewegen kann.
Wie es sich so macht. Wie es bei anderen ankommt und sich entwickelt.
Natürlich bin ich noch da und tief verbunden.
Ein Stück meines Herzens ist ohne mich da draußen in der Welt.
Ich bin immer da und kann nähren und unterstützen.
Das wird aber nicht mehr von mir gebraucht. Mein Werk ist vollendet.
Es ist BEREIT. ABGESCHLOSSEN. Es existiert ohne mich weiter. Es gibt dann nichts mehr zu tun, hinzuzufügen oder zu sagen.
Aber DAVOR und WÄHREND etwas entsteht, gibt es viel zu sagen und zu schreiben, alles ist noch offen, die Seiten sind noch nicht gefüllt, die Struktur ist noch nicht gänzlich da, wildes Chaos, manchmal Leere oder Ungewissheit und dann begeisterte Neugier und lebendiges “angeschnackelt” und inspiriert sein.
DAS ist das Spannende
In den folgenden Beiträgen gebe ich Einblicke in meine Arbeit und den schöpferischen Prozess, meine Strategien und Überlegungen, lähmende Zweifel, provokante Herausforderungen und in lebendige Inspiration.






Wenn Du mehr lesen und keinen Beitrag verpassen möchtest, trage dich gern in meinen Email Verteiler ein.
